30. Juli 2007

Am Abgrund

Am Abgrund vergessen ...NEIIIN !!! Verzweifelt blickt die alte Frau auf die Geldbörse, die auf der Bank am Abgrund liegt. In den letzten dreissig Jahren hat sie in ihrer kleinen Pension in Rimini bereits vier Mal die paar Habseligkeiten der unglücklichen Seelen gefunden, nachdem sich diese vom Balkon gestürzt haben.

Und jetzt schon wieder? Gerade heute, an ihrem ersten Ausflug in die Berge? Sie geht in die nahegelegene Schutzhütte, nimmt einen Zettel mit Telefonnummern aus der Geldbörse und wählt eine Nummer, um den Angehörigen ihre traurige Vermutung mitzuteilen.

Die Stimme am anderen Ende der Leitung versucht zu beruhigen: Signora, machen sie sich keine Sorgen, er macht dort Urlaub und ich kann mir nicht vorstellen, dass DER sich das Leben nehmen will.

Im selben Moment öffnet sich die Tür der Schutzhütte, ein Mann mit hochrotem Kopf (musste er doch den ganzen Weg wieder zurücklaufen) tritt herein. Hat jemand eine Geldbörse gefunden?

27. Juli 2007

Urlaub ohne Internet & Fernsehen

Wie schnell sich die Zeiten ändern. Vor ein paar Jahren wurde man noch als hoffnungsloser Hinterwälder belächelt bemitleidet, wenn man Gästezimmer ohne Fernseher angeboten hat. Und heute hört man immer öfter die Bitte: stellen Sie bloss kein TV-Gerät in die Zimmer, ohne ist es viel angenehmer.

Zu des Menschen Glück muss anscheinend manchmal etwas nachgeholfen werden und so lernt man ein tolles Buch oder ein gutes Gespräch erst wieder richtig schätzen, wenn die Flimmerkiste nicht davon abhält. Auch das immer grauenvollere Fernsehprogramm wird wohl seinen Teil dazu beitragen. Ein flüchtiger Blick in eine Tageszeitung ist mehr als ausreichend, um auch im Urlaub den Draht zur Welt nicht zu verlieren.

Ein Gedanke, der auch meine Einstellung zur Internetnutzung im Urlaub beeinflusst hat. Obwohl ich schon seit Jahren meine Reisen ausschliesslich über das Internet plane und buche, mache ich am Urlaubsort einen grossen Bogen um jeden Internetpoint.

E-Mail-Anfragen erhalten in der Zwischenzeit eine Abwesenheitsnotiz, für wichtige Angelegenheiten wird auf das Telefon verwiesen und Homepages, Rss-Feeds und Börsenkurse kommen die paar Tage ganz gut ohne mich zurecht.

Beste Voraussetzungen also für erholsame Ferien. Schade nur, dass ich noch 6 Monate auf meinen nächsten Urlaub warten muss ...

25. Juli 2007

Sie kleben an ihren Bergen

FarmhouseDie "Neue Züricher Zeitung" über die Landwirtschaft in Südtirol zwischen Subventionen, Raumplanung, Tourismus und den Tücken der Selbstvermarktung.

Dazu gibt's interessante Stellungnahmen von Landeshauptmann Luis Durnwalder (die Südtiroler sind wie rohe Diamanten, wir brauchen sie nur zum Leuchten zu bringen) und Reinhold Messner (die Bauern sind das Stimmvieh der Politiker und sie werden mit Subventionen gefüttert). Lesenswert.

23. Juli 2007

Sicherheit am Berg

Die with your boots onUnter dem Namen Argus stellt das Land Südtirol in Zusammenarbeit mit den Alpinen Vereinen eine neue Kampagne für Sicherheit am Berg vor.

Sicherheit im Sommer (Wandern, Bergsteigen und Radfahren) und Sicherheit im Winter (Skifahren, Rodeln, Schneewandern und der Strassenverkehr) sind die zentralen Themen.

Ein Gästebuch mit dem Namen "Ihr Sicherheitstipp" rundet die Webseite ab.

Über das Logo mit dem "Sicherheitsadler" kann man geteilter Meinung sein, die gelungene gerafische und benutzerfreundliche Ausarbeitung ist trotzdem über jeden Zweifel erhaben.

20. Juli 2007

Blogger im Interview

Second Life ..."Schöne neue Welt. Second Life & Web 2.0" so das Titelthema der aktuellen Ausgabe des Südtiroler Wochenmagazins FF.

Die Journalistin und Bloggerin Val hat Christian, Frankie und mich stellvertretend für die Südtiroler "Bloggerszene" befragt und einen Beitrag über das "neue Internet, Version 2.0" geschrieben.

Die Autorin bringt einen interessanten, auch für den "normalen" Internet-Benutzer verständlichen Überblick über die verschiedenen Dienste und deren Verbreitung bzw. Nutzung in Südtirol. Und auch wer dem Thema gar nichts abgewinnen kann, wird uns zumindest einen Beitrag zur Stopfung des Sommerlochs nicht absprechen wollen;-)

Da ich mir einige Mühe mit der Beantwortung der Fragen gegeben habe (im Beitrag konnte aus Platzgründen natürlich nicht auf alle Aspekte eingegangen werden) und ich eh schon längst etwas in diese Richtung veröffentlichen wollte, kommt hier nochmals kurz eine Zusammenfassung meiner Antworten zu den Fragen über Blogs & Web 2.0 in Südtirol:

Wie lange bloggst du schon?

Mein erstes Blog habe ich im Jahre 2003 zu Testzwecken eingerichtet. Etwas sinnvollere und vor allem regelmässigere Beiträge gibt's seit Sommer 2006. Im Blog beschäftigen mich vor allem die Themen Tourismus, Internetmarketing, digitale Photografie und Bergsport.

Wie schätzt du die Bloggerszene in Südtirol ein?

Ich kenne ein gutes Dutzend Südtiroler Blogs; einige Blogger kenne ich auch persönlich. Es bloggen eindeutig mehr Männer als Frauen.

Das Erstellen und Verwalten eines Blogs ist recht einfach und deshalb kommen auch in Südtirol jede Woche mehrere neue Blogs dazu. Trotzdem "verwaisen" die meisten Blogs bereits nach kurzer Zeit und es werden meiner Meinung nach auch in Zukunft nur wenige Blogger über Jahre hinweg regelmässig Beiträge veröffentlichen.

Web 2.0-Hype: Was hältst du davon?

Mit dem Web 2.0 werden sich einige Bereiche unserer Kommunikation grundlegend verändern. Es kann bestimmt nicht schaden, wenn man sich mit den Vor- und Nachteilen der neuen Anwendungen beschäftigt.

Welche "Web 2.0" Anwendungen benutzt du?

Ich nutze vor allem Flickr (besonders stolz bin ich die von mir gegründete Südtirol-Gruppe), ausserdem Del.icio.us (Lesezeichen), Youtube, Cocomment (Kommentare) und hin und wieder Wikipedia.

Wie "weit" ist Südtirol in puncto Web?

In Südtirol ist mittlerweile ein Grossteil der Haushalte an das Internet angeschlossen. Jedes Hotel und fast jeder Betrieb ist längst im www präsent. Trotzdem ist die Idee des Mitmach-Internet in Südtirol noch nicht so richtig angekommen. Das liegt vielleicht auch daran, dass Südtirols Medien zwar gerne über die Web 2.0 Anwendungen schreiben, es aber nicht für notwendig halten, die interessanten Funktionen (Kommentarfunktion für Beiträge oder RSS sind z.B. mittlerweile internationaler Standard für Nachrichtenwebseiten) auf Ihren eigenen Internetseiten anzuwenden...

Wie siehst du die Zukunft des Web 2.0-Hypes?

Es wird auch in Zukunft einige sinnvolle und einige weniger sinnvolle neue Anwendungen geben. Man kann und muss aber nicht überall mit dabei sein. Wenn jemand z.B. nur zwischendurch mal ein paar Fotos knipst, braucht er sich nicht bei einem Bilderdienst anzumelden. Wenn man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, können diese Anwendungen auch aus wirtschaftlicher Sicht durchaus von Vorteil sein.

18. Juli 2007

Tischkultur

zu TischDie Leser der "Zeit" beschäftigt derzeit die alte Frage: Stopfen oder Saugen - wie esse ich korrekt Spaghetti. Ein Thema, das auch meine Gäste hin und wieder diskutieren.

Und auch über den richtigen Verzehr von Knödeln gibt's einige Unsicherheiten: beleidigt man den Koch, wenn man die Knödel mit dem Messer schneidet?

Alte Weissheiten aus meiner Hotelfach-Ausbildung habe ich schon längst über Bord geworfen: meiner Meinung nach muss die Wahl des Bestecks nicht nur an das Gericht, sondern vor allem an das Ambiente angepasst werden.

Und so ist es mir ziemlich egal, mit welcher Technik der Gast bei mir im Berggasthof die Speisen zu sich nimmt. Hauptsache, er kleckert nicht herum ;-)

PS: soeben fällt mir auf, dass dieser Beitrag wohl besser in das Blog Spaghetti-mit-Knödel.com hineinpassen würde. Frankie, ich bitte um Nachsicht ...

16. Juli 2007

Ein Glas Wein

Im Buschenschank irgendwo in Südtirol. Der Gast: "bringen Sie mir bitte ein Glas Wein."

Der Wirt: "Kommsch mal wieder, wenn's a bisserl mehr Durst hast!"

Wo sich dieses interessante Lokal wohl befindet? Das verrate ich nicht ;-) Von mir gibt's nur einen kleinen Hinweis auf den Zettel an der Eingangstür:

;-)

13. Juli 2007

Oetzi Akademie

Südtirols Wirtschaft kann seit Jahren starkes Wachstum und blendende Wirtschaftsdaten präsentieren. Die Statistiken weisen jedoch einen kleinen Schönheitsfehler auf: die Ausgaben für Forschung und Entwicklung betragen in Südtirol nur einen Bruchteil derer von vergleichbaren Wirtschaftsregionen.

Das muss sich ändern, denkt die Landesregierung und präsentiert der staunenden Öffentlichkeit umgehend ein neues Forschungsinstitut, das "Forschungsinstitut für Mumien und den Iceman".

Zentrales Forschungsobjekt des Instituts wird natürlich Ötzi sein, über den das Institut alle verfügbaren Daten sammeln wird. Zudem wird das Institut als zentrale Anlaufstelle für all jene dienen, die Forschungsprojekte zum Ötzi durchführen wollen.

"Braucht die Welt tatsächlich weitere Details über die Krümmung von Ötzis linken Zehennagel und den Pollenresten in seinem Magen" fragt sich nicht nur die Tageszeitung "Dolomiten".

Die Öffentlichkeit wird wohl gespannt verfolgen, was mit der Million (1.000.000 !!!) Euro, die dem Institut für ersten drei Jahre Forschung zur Verfügung steht, passieren wird.

11. Juli 2007

So ein Huhn

Ran for dear life"Bitte nehmen Sie Ihren Hund an der Leine, wir haben hier Tiere am Hof."

"Das ist nicht nötig, MEIN HUND TUT NICHTS."

Zehn Minuten später rennt der Köter mit einem Huhn im Maul durch die Gegend.

"Was kostet so ein Huhn? Ich ersetze Ihnen das natürlich sofort!"

"Ich will nicht Ihr Geld. Davon wird mein Huhn auch nicht mehr lebendig. Ich will, dass Sie sich an das halten, was ich Ihnen sage! Und ich will, dass Sie von meinem Hof verschwinden und ich möchte Sie hier nie mehr wiedersehen!"

Auf solche Gäste kann ich gerne verzichten.

9. Juli 2007

Rock im Ring

Rock im Ring @ Ritten Beim ersten, leicht chaotisch improvisierten Konzert auf der Festwiese von Oberinn im fernen Jahre 1994 hätte wohl niemand damit gerechnet, dass diese Veranstaltung sich zum grössten Rockmusik-Festival Südtirols entwickeln würde.

Heute ist Rock im Ring in der Arena Ritten zum Fixtermin für alle Musikbegeisterten aus nah und fern geworden. Tolle Bands, fleissige ehrenamtliche Mitarbeiter und eine nettes Publikum sorgen für ein einmaliges Konzerterlebnis.

Der Schreiber dieser Zeilen ist seit Anfang an mit dabei; seit 2001 in der ehrenvollen Aufgabe des "Festivalfotografen". Mit der Qualität des Festivals ist in den letzten Jahren auch die Qualität meiner Fotos etwas besser geworden ...

6. Juli 2007

Golf in Suedtirol

Der Golf-Sport liegt derzeit im Gegensatz zum Tennis voll im Trend. Während auf den Tennisplätzen in Südtirol das Unkraut wuchert, spriessen überall im Lande die Löcher für die kleinen weissen Bälle wie die Pilze aus dem Boden.

Golf wird mittlerweile von über 50 Millionen Menschen auf der ganzen Welt gespielt und da muss Südtirol natürlich mithalten können.

Folgende Golfplätze gibt es bereits:
Gar einige werden in den nächsten Jahren noch dazukommen und es stellt sich die Frage, wie lange es wohl dauern wird, bis auf den ersten dieser Plätze wieder Kartoffeln angebaut werden?

4. Juli 2007

Gipfelbibliothek

Take my hand...Im Jahre 2006 hatten Silvia Huber, Hüttenwirtin im Kaisertal, und ihre Freundin Brigitte Weninger, Autorin in Kufstein, eine ungewöhnliche Idee. Sie gründeten die erste Gipfelbiblithek der Welt im Wilden Kaiser.

Die Idee, das Bergwandern und das Lesen miteinander zu verbinden, war ein Volltreffer: ausgewählte Bücher wurden auf den Gipfeln des Kaisergebirges wetterfest verpackt deponiert und interessierte Bergsteiger über die Website www.gipfelbibliohtek.com dazu animiert, die Bücher mitzunehmen, zu lesen, im Internet zu kommentieren und auf einem anderen Gipfel wieder zu hinterlegen.

Im Sommer 2007 ist die originelle Idee auch nach Südtirol übergeschwappt und auf dem Laugen/Ulten wurde die erste Gipfelbibliothek Südtirols eröffnet.

Und so funktioniert die Gipfelbibliothek:
  • Buch mitnehmen
  • Lesen
  • Auf der Webseite eintragen
  • Wieder wetterfest verpacken
  • Auf einen neuen Gipfel bringen

Mein erstes Buch für die Gipfelbibliothek: Messner oder Kammerlander? Oder doch lieber einen Ratzinger dem Himmel näher bringen? Wie würde sich wohl Kostolany auf dem Gipfel lesen?

2. Juli 2007

Pilze sammeln

Steinpilz (Boletus edulis L.)Pilze sammeln in Südtirol ist reine Zeitverschwendung! Es gibt hier so gut wie keine Pilze. Wer mir nicht glaubt, der kann gerne im Wald nachsehen!

Dazu muss er nur eine Genehmigung der entsprechenden Gemeinde holen: der Spass kostet 8 Euro pro Tag und er könnte damit an geraden Tagen bis zu 1 Kilogramm Pilze sammeln. Wenn es welche gäbe...

In manchen Gemeinden gibt es sogar noch weniger als gar keine Pilze, deshalb macht das Pilze sammeln dort auch noch weniger Sinn und die Grundbesitzer haben diesen Schwach-Sinn in ihren Wäldern verboten. Richtig so!

Darüber freuen sich auch die Bewohner der Altenheime; müssten sie doch jeden Tag Pilze essen, falls es welche gäbe und sie jenen Pilzesammlern sequestriert abgenommen würden, die es mit dem Zählen und den Kalendertagen nicht so ernst nehmen. Wie gut, dass es hier keine Pilze gibt.

Gastbeitrag von Peppo DelTrentin