26. Januar 2012

Gesthotel, kostenloses Hotelverwaltungsprogramm

Seit Beginn des Jahres hat die gute alte Zettelwirtschaft im gesamten italienischen Staatsgebiet ausgedient und den Gastwirten ist ab sofort ausschliesslich die Übermittlung der Daten in telematischer Form gestattet. Dies ist zwar kostenlos über die Homepage der Polizei möglich, doch leider etwas umständlich, da die Daten nicht archiviert werden und somit jedes Mal neu eingegeben werden müssen. Grund genung, um Ausschau nach einem Hotelverwaltungsprogramm zu halten, mit dem dieser Verplichtung, sowie die Übermittlung der montalichen Anreisestatistik und weiterer täglichen Arbeiten nachgegangen werden kann.

In Südtirol sind die professionellen Programme ASA und Phönix sehr verbreitet, die jährlichen Gebühren sind jedoch recht happig, für grosse Hotels sicherlich kein Problem, aber für einen Gastbetrieb mit wenigen Zimmern oder einem Urlaub-am-Bauernhof-Betrieb nicht ohne weiteres tragbar.

Eine interessante Alternative habe ich mit dem kostenlosen italienischsprachigen Hotelverwaltungsprogramm Gesthotel gefunden, die grafische Benutzerführung ist zwar etwas altbacken, es sind jedoch alle wichtigen Funktionen (Zimmerplanung, Gästeanmeldung, Statistiken, Rechnungen) vorhanden und das Ding ist absolut alltagstauglich. Wer keine Probleme mit einer italienischsprachigen Benutzerführung hat und über grundsätzliches Computerwissen verfügt, dürfte mit Funktionen des Programms und den Installationsanweisungen im Gesthotel-Forum durchaus zurecht kommen.

Grösstes Hindernis dürfte jedoch der Umstand sein, dass Gesthotel ausschliesslich für das Betriebssystem Linux zur Verfügung steht, welches (leider) auch in Südtirol nicht sehr verbreitet ist. Doch auch hier gibt es Abhilfe und mit ein paar Kniffen ist das Programm auch auf einem Windows- oder Mac-Rechner installiert: benötigt wird das kostenlose Programm Virtualbox, mit dem sich Betriebssysteme "virtuell" auf dem Rechner einbinden lassen. Nun fehlt noch eine ISO-Installationsdatei von Linux, hier sei Ubuntu empfohlen und schon lässt sich das Betriebssystem aufspielen.

Nun kann man mit einem Klick im laufenden Windows nach Ubuntu umspringen um dort das Gesthotel Programm zu installieren und um damit die täglichen Arbeiten zu erledigen. Und hier noch ein paar Tipps: wenn man Ubuntu in deutscher Sprache verwendet, blendet Gesthotel einige Menüpunkte in deutscher Sprache ein, die Übersetzungen sind jedoch absolut unbrauchbar und die einzige Möglichkeit diese loszuwerden besteht darin, bereits im Ubuntu Installationsprogramm Italienisch als Sprache auszuwählen. Gesthotel speichert nach jeder Eingabe im Programm eine Kopie der Datenbank auf dem Rechner, damit lässt sich problemlos eine frühere Version der Daten einspielen falls Probleme auftauchen. Und wer absolut sichergehen will, dass die Daten nicht verloren gehen, kann sich über das kostenlose Programm Ubuntu One automatisch eine Sicherungskopie der Datenbank im Internet zwischenspeichern lassen.

Fazit: Gesthotel ist ein interessantes Projekt dem man durchaus eine Chance geben kann.

Kommentare:

  1. und einfach einen älteren Rechner hernehmen, Linux aufspielen und dieses Programm benutzen? Die Krücke Virtualisierung könnte man sich dann sparen.

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    1. Das ist natürlich auch eine Lösung; hat aber den Nachteil dass man dann zwei Rechner im Büro rumstehen hat. Auf Windows lässt sich ja leider nicht ganz verzichten. Habe vor zwei Jahren mal den Versuch gestartet komplett auf Linux umzusteigen, musste aber nach ein paar Monaten resigniert aufgeben. Es gibt immer noch zu viele Dinge für die man Windows umbedingt braucht.

      Sobald die Virtualisierung eingerichtet ist, ist Linux mit 2 Klicks gestartet und funktioniert auf dem Mac und auf Windows übrigens wunderbar. Zumindest für meine Arbeitsweise eine annehmbare Lösung.

      LG

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    2. Also ich bin erfolgreich auf Linux umgestiegen. Schon vor Jahren. Am besten gefällt mir, dass ich keine komische Antivirus-, Antispyware- oder Antisonstwas-Software installieren muss. :-)

      Herbert. Ich glaub Du bist nur zu faul die Linux Migration komplett durchzuziehen. Liege ich da falsch? ;-)

      Grüße
      Christian

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  2. @ Christian: ich versuche meine Faulheit mit dem Wörtchen "Pragmatismus" zu umschreiben ;-)

    Also, ich arbeite nun mit 3 Systemen: Windows, Mac und Linux und muss sagen dass jedes Betriebssystem seine Vor- un Nachteile hat und ich würde jetzt auf keines der dreien verzichten.

    LG

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    1. Faulheit mit Pragmatismus umschreiben? Selbstbetrug ist immer gut :D

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  3. Eigentlich jedes größere Unternehmen verwendet einfach Windows, vor allem weil die Computer schon mit diesem Betriebssystem ausgeliefert werden. Programme, die für andere Betriebssysteme entworfen werden, haben in unserer heutigen Zeit eigentlich keine Zukunft. Vielleicht mal in 10 Jahren...

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