7. September 2007

Opportunismus

War Art... ist die nette Umschreibung für ein widerliches Geschwür, das tief in unserer Gesellschaft wuchert.

Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen galt jahrzehntelang als beste Taktik um sich vor dem Militärdienst zu drücken. Wer nach Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht den Pazifismus über Bord wirft und plötzlich auf das Recht zum Tragen einer Waffe pocht, der stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus.

Ab sofort dürfen die lieben Militärdienstverweigerer also trotzdem eine Waffe tragen. Damit sind die alten Vorurteile wieder mal bestätigt. Unsere klügsten Männer der Welt haben entschieden und dürfen sich ihres Überblicks und ihrer Weitsichtigkeit rühmen ...

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20. November 2006

Rauchverbot in Italien

The smokerHitzige Diskussionen über ein Rauchverbot in Deutschland, Österreich und der Schweiz wecken Erinnerungen an die Einführung des Rauchverbotes in Südtirol. Seit knapp 2 Jahren gilt in Italien und somit auch in Südtirol das Rauchverbot in öffentlichen Lokalen. Trotz anfänglichem Widerstand hat sich das Rauchverbot inzwischen recht gut bewährt.

Zeit für einen kurzen Zwischenbericht über das Rauchverbot in Südtirol: negativ auffällig ist ein mehr oder weniger starker Umsatzrückgang bei Bars und Pubs seit der Einführung des Rauchverbotes. Viele Gäste verlassen bereits nach kurzer Zeit die Lokale und beschweren sich, dass "nichts mehr los ist". Frühere regelmässige Konsumenten verzichten immer öfter auf den Barbesuch. Die Umsatzrückgänge der Bars können jedoch nicht ausschliesslich dem Rauchverbot angelastet werden: wesentlich mehr dürften die strengen Alkoholkontrollen, die starke Konkurrenz aufgrund der Vielzahl an Betrieben, sowie der Verlust an Kaufkraft seit der Euroeinführung dazu beigetragen haben.

Etwas anders die Situation bei den Restaurant- und Hotelbetrieben. Hier hat sich das Rauchverbot eindeutig als vorteilhaft erwiesen. Die wenigen Raucher, die sich mit der Sitaution des Nichtrauchens im Restaurant nicht abfinden können, werden durch neue Gäste, welche die angenehmere Atmosphäre im Betrieb schätzen, kompensiert.

Der Gang ins Freie hat sich für die Raucher inzwischen zu einem Ritual entwickelt: vor den Türen der Lokale werden Kontakte geknüpft und auch der "Flirtfaktor" im Freien ist nicht unerheblich. Das Nachsehen haben die Nichtraucher drinnen im Lokal: ein Teil der Gruppe verlässt den Raum; Diskussionen werden unterbrochen und auch nach der Rückkehr der Raucher braucht die Gruppe einige Zeit um die vorherige Situation wiederherzustellen.

Insgesamt jedoch ein vorwiegend positiver Eindruck mit einigen Wehmutstropfen über das Rauchverbot in Südtirol.

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2. November 2006

(K)ein Tirol

Laut einer Umfrage des Südtiroler Heimatbundes würden 54 Prozent der Nord- und Osttiroler einen Zusammenschluss mit Südtirol befürworten.

Befragt wurden ca 600 Personen in Nord- und Osttirol.
Der Wunsch zur Wiedervereinigung gehe quer durch alle Altersgruppen, sei aber bei den unter 29-Jährigen und über 60-Jährigen besonders gross.

Die Umfrage sorgt für heftige Diskussionen in den ORF.at-Foren.

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23. Oktober 2006

Politik

Es wird scharf geschossen in Südtirols kleiner, aber durchaus aktiven deutschsprachigen Politik-Weblog-Szene: "Scharfschütze" Andreas Pöder und "Maschinengewehr" Markus Lobis geben die politischen Themen vor, Simon Constantini & Co sind auf das heikle Thema Selbstbestimmung eingeschossen und Sepp Kusstatscher verfolgt das bunte Treiben aus sicherer Entfernung.

Klare Vormachtstellung somit für Union für Südtirol und die Grünen. Es wird wohl bis zum nächsten Wahlkampf dauern, bis alle politischen Gruppierungen die Macht der Weblogs für sich entdecken. Die Südtiroler Volkspartei bleibt vorerst in ihrem Bunker verbarrikadiert und auch die Freiheitlichen müssen ihre Online-Schiessübungen erst noch machen.

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16. Oktober 2006

Autonomie

Delegationen aus aller Herren Länder kommen in unser Land, um sich über Südtirols Autonomie zu informieren, gilt sie doch weltweit als eines der wenigen funkionierenden Modelle von Minderheitenschutz und friedlichem Zusammenleben mehrerer Sprachgruppen.

Auch hier ist nicht alles Gold was glänzt; gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen bringen viel Unsicherheit und so ergeben sich im täglichen Leben durchaus Probleme. Den extremen Gruppierungen auf deutscher und italienischer Seite sind alle Mittel recht, um Ängste zu schüren und Keile zwischen die Sprachgruppen zu treiben.

Das Volk ist auf dem Weg durch die Südtiroler Realität schon ein gutes Stück weiter, wie dieser Blogeintrag in italienischer Sprache eindrucksvoll bestätigt.

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