21. Januar 2010

Die digitale Kommunikationsverarmung

Webmarketing StammtischObwohl die jüngsten Küken der digitalen Revolution noch nicht mal richtig geschlüpft sind, gelange ich bereits jetzt immer mehr zur Überzeugung, dass ein Grossteil der technischen Neuerungen im Social Web nicht wirklich zur Verbesserung der menschlichen Kommunikation beitragen wird.

Weshalb? Ich denke zurück an meine letzte grosse Urlaubsreise im Jahr 2002. Auch damals war das Internet bereits ein wichtiger Begleiter und viele Hostels boten Ihren Gästen einen kostenlosen oder kostenpflichtigen Zugang zum WWW. Jeder Morgen begann mit einem flüchtigen Blick auf Wetter, Nachrichten und Emails. Danach konnte ein erlebnisreicher Urlaubstag beginnen, der sich bis spät Abends bei ein paar Bierchen in gemütlicher Runde hinauszog.

Und heute stehen sogar in den einfachsten Unterkünften auf der ganzen Welt (Italien einmal ausgenommen ...) dutzende Computer und die Gäste starren auf die Bildschirme und vernetzen sich über Facebook & Co mit den Freunden in der Heimat. Aber keiner kommt auf die Idee, auch mal mit seinem Sitznachbarn ein paar Worte zu wechseln ...

Und es wird wohl keine 5 Jahre dauern, bis auch jedes Handy mit Internetflatrate ausgestattet ist und die Menschheit wird den ganzen lieben Tag damit verbringen auf das kleine Display zu starren und das WAHRE LEBEN an sich vorbeiziehen zu lassen.

Schade, dass ich diesmal nicht beim Tourismuscamp in Eichstätt mit dabeisein kann, dies wäre sicherlich ein interessantes Thema für eine Diskussionsrunde ...

Kommentare:

  1. Wenn dann irgendwann wirklich jeder vernetzt und pausenlos online ist, könnte es ja vielleicht sogar gelingen, mit dem Real-Life-Nachbarn im Hotel ins Gespräch zu kommen.

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  2. Du vergisst aber einen wichtigen sozialen Vorteil den diese und die nächsten Generationen haben werden.

    Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Mensch and sich "soziale Kontakte" zu nur maximal 150 Personen aufrecht halten kann. Alles was darüber ist vergessen wir - jeder kennt das, wer erinnert sich noch an die Namen aller Volksmitschüler, besonders von denen die man nie mehr gesehen hat.

    Dank Facebook und Co bleibt dieses soziale Gedächtnis - es ist eine Krücke um Bekanntschaften aufrecht zu erhalten.

    Auch hier haben Wissenschaftler schon geforscht und sind auf eine Kontaktzahl von 1500 gekommen.

    Wir finden es vielleicht nicht wünschenswert, aber wer damit aufwächst lernt automatisch damit umzugehen. Meine Oma fragte "Warum brauche ich Farbfernsehen" - jeder wie er es gelernt hat.

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  3. Herbert, Du sprichst mir aus der Seele! :-)

    Und Frankie... wenn mein soziales Gedächtnis bei Ausfall der ADSL/UMTS/oderwasauchimmerLeitung nicht mehr funktioniert... dann... ja dann kann ich wahrscheinlich darauf verzichten und gehe lieber mit wirklichen Freunden einige Bierchen beim Herbert trinken. ;-)

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  4. heutzutage ist von allen einbischen zuviel und wenn dieses zuviel noch gesteigert wird.....man man man

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  5. finde ich auch....wo soll das denn noch hinführen...irgendwann st auch mal zu viel vom guten

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  6. Ich finde das man nicht übertreiben sollte mit dem Internet! Es gibt schon genug Jugendliche die Internetsüchtig sind und wenn es weiter in die Richtung geht, dann wird man bald nicht mehr das Haus verlassen! Lebensmittel werden dann auch im I-Net bestellt und gut ist. Total übertrieben!

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  7. ich finde die menschen entscheiden alles zusammen mit dem internet...pflegen den kotakt u freunden durch internet, den einkauf ,erledigungen, und weiterbildung ....und wo bleibt das andere....wir menschen übertreiben es immer gleich..

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  8. Hm, ich seh das ganze auch eher kritisch. Bin selber viel in sozialen Netzwerken unterwegs und mag es auch irgendwo. Aber muss auch immer aufpassen, dass ich die Realität nicht vernachlässige. Klar ist es toll um mit Freunden Kontakt zu halten, aber man neigt einfach dazu sich dann in der Online-Welt abzuschotten und nichts mehr zu erleben. Bis jetzt krieg ich das ganz gut hin, aber mache mir Sorgen, wie die Generationen damit umgehen, die von Anfang an damit groß werden...

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  9. Ja die Leute verlieren wirklich die weltliche Perspektive und gehen auch nicht mehr so viel raus, kümmern sich nicht mehr drum was in der Welt passiert und verschanzen sich vorm Bildschirm, bauen sich dort ihre Welt. Und das ist anfällig, weil wenn den Leuten alles egal ist macht die Politik irgendwann komplett was sie will...

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  10. ich mach mir sorgen dass die leute irgendwann verlernen vernünftig zu reden, wenn nur noch gechattet und über emails kommuniziert wird... und über blogs :D

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  11. Über die Veränderungen der Sprache gibt es ja schon ganze Bücher, aber glaube nicht, dass es so schlimm werden wird. Nur anders.

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  12. Tja, wie sagte ein Forscher, oder auch mehrere mal, eine Sprache ist nur lebendig wenn Sie sich weiterentwickelt.
    Und dazu gehört leider auch das Wörte in Vergessenheit geraten und neue entstehen.
    Sonst wäre die Sprache ja tot.

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  13. Ich halte es für (noch) nicht soo fatal, dass sich die Kommunikation zunehmend aufs Digitale verlagert. Es ist einfach sehr praktisch, auf eine Email kann ich dann antworten, wenn ich Zeit habe und mir genügend Gedanken gemacht habe. Das mag ich lieber, als wenn ständig das Telefon klingelt und man sofort reagieren muss

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  14. Ein weitere Vorteil besteht darin, dass E-Kommunikation im Schnitt viel billiger ist als Telefonieren/Briefe schreiben/Besuchen. Das ist vorallem dann praktisch, wenn es um größere Distanzen geht!

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  15. Die Kommunikation über das Internet hat wie sovieles im Leben vor und nachteile. der Große vorteil natürlich, dass man kontakte über eine große distanz pflegen kann. der nachteil allerdings ist das man schnell mal die realen kontakte außen vor lässt.

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